Wie jedes Jahr ist der Sommer gefühlt viel zu schnell vorbei gezogen. Und ehe man sich versieht, färben sich die Blätter gelborange, werden welk und segeln langsam zu Boden. Die Tage werden kürzer und das Wetter wechselhafter.
Während in einem das Gefühl wächst, sich drinnen im warmen zu verkrümeln, gibt es draußen in dieser Zeit unendlich viel zu entdecken, zu sammeln und zu beobachten. Bevor ich dem Sommer zu sehr hinterhertrauere, habe ich mir für dieses Jahr eine kleine Herbst-Bucketlist zusammengestellt. Ein Anreiz, um den Herbst in all seinen wunderschönen Farben zu genießen und sich die Laune nicht durch regnerisches Wetter verderben zu lassen.
Das schöne ist: diese Liste muss nicht nur meine bleiben. Vielleicht wird es ja auch deine. Eine kleine Inspiration für die Herbsttage. Für goldenes Oktoberwetter und graue Novembertage. Such dir raus, worauf du Lust hast, geh los und erlebe es selbst. Und wenn du magst, teile deine Herbstmomente mit mir. Ich bin gespannt, was du entdeckst.
Also auf und raus! Lasst uns den Herbst genießen.
1. Waldspaziergang im Herbstlaub
Der Herbst ist die perfekte Zeit, um die letzten schönen Sonnenstrahlen zu genießen und durch orange gefärbte Buchenwälder zu laufen. Das Laub knistert und raschelt unter den Füßen. Bei angenehmen Temperaturen kann der Spaziergang auch gerne mal zu einer 10-Kilometer-Wanderung ausgedehnt werden.
Besonders gerne erinnere ich mich auch an meine Mehrtageswanderung auf dem Malerweg in der Sächsischen Schweiz im letzten Jahr. 115 Kilometer in 7 Tagen. Bestes herbstliches Wetter und phänomenale Ausblicke über braunorange gefärbte Wälder.
Aber wie gesagt, es geht hier absolut nicht um die Strecke oder die Entfernung, die zurückgelegt wird. Der Wochenendspaziergang im Wald ist mindestens genauso schön, wenn man Zeit und Ruhe zum Schlendern und Entdecken hat, was alles am Wegesrand wächst.

2. Herbstblätter sammeln
Die Idee ist einfach: möglichst viele verschiedene Herbstblätter sammeln. Diese kann man auch wunderbar trocknen und sich auch noch Jahre später dran erfreuen. Oder der Tisch wird herbstlich dekoriert. Mit den verschiedensten Herbstblättern kannst du auch wunderbar kreativ werden. Und wenn du nur Spaß am Sammeln hast, ist das auch vollkommen in Ordnung. Beim Sammeln schaut du automatisch genauer hin. Du nimmst die unterschiedlichen Herbstfarben wahr und entdeckst, wie verschieden die Blätter eigentlich sind. Während ich diese Zeilen hier schreibe, habe ich in meinem Bullet Journal auch noch ein getrocknetes, herbstlich gefärbtes Ahornblatt vom letzten Herbst entdeckt.
3. Barfuß durchs Laub laufen
Bist du schon mal Barfuß durchs Laub gelaufen? Ich nicht. Aber nachdem ich den ganzen Sommer Barfuß gelaufen bin, möchte ich das auch im Herbst ausprobieren. Ich stelle es mir unglaublich witzig und ein bisschen verrückt vor. Ich bin sehr gespannt, wie sich das anfühlt und werde berichten. Machst du mit?
4. Mit Naturmaterialien kleine Figuren basteln
Als Kind habe ich im Herbst kleine Tiere und Figuren aus Kastanien und Eicheln gebastelt. Warum eigentlich nicht auch heute noch? Zuerst geht es auf einen kleinen Spaziergang, bei dem du ein paar Eicheln, Kastanien und vielleicht Bucheckern sammelst. Danach kannst du deiner Kreativität freien Lauf lassen. Mit Zahnstochern lassen sich die Fundstücke ganz einfach zusammenstecken, und nebenbei entsteht die perfekte Herbstdeko für den Tisch.
5. Vögel beobachten
Wer mich kennt, weiß, dass ich unglaublich gerne Vögel beobachte und fotografiere. Jetzt beginnt dafür die beste Jahreszeit. Die Blätter fallen von den Bäumen, somit gibt es in vielen Naturschutzgebieten bessere Sicht auf die Vögel. Außerdem ist Vogelzugzeit und unglaublich viele von ihnen ziehen vorbei oder machen auf dem Feld um die Ecke Rast.
Ich freue mich jedes Mal, wenn Kraniche und Gänse laut rufend und schnatternd über den Himmel ziehen. Faszinierend finde ich auch, wenn die Kraniche abends zu ihrem Schlafplatz einfliegen und alle im Wasser stehen oder wenn ganze Felder voller Gänse sind. Dabei ist es fast egal, wo man sich gerade aufhält: Selbst in der Stadt ziehen Gänse und Kraniche über einen hinweg. Es lohnt sich, einmal bewusst darauf zu achten und den Blick öfter nach oben zu richten.
Wenn ihr irgendwo Kraniche auf Feldern stehen seht, achtet darauf immer 250 bis 300 Meter Abstand einzuhalten. Sonst scheucht man sie auf und sie verbrauchen wertvolle Energie, die sie für den Zug in den Süden brauchen.

6. Pilze entdecken
Ich selbst habe ehrlich gesagt gar keine Ahnung von Pilzen. Zum Fotografieren finde ich sie aber unglaublich interessant. Besonders mag ich die Pilzsiedlungen, in denen ganz viele kleine Pilze auf einem Haufen wachsen. Im Herbst durch die Gegend zu laufen und so viele unterschiedliche Arten zu entdecken, ist einfach spannend. Jedes Mal nehme ich mir vor, endlich einen Pilzkurs zu machen oder mir selbst beizubringen, welche Pilze ich da eigentlich sehe. Bis dahin fotografiere ich sie sehr gerne.

7. Am Meer spazieren gehen, wenn es windig und stürmisch ist
Ich gehe am liebsten an der Ostsee spazieren, und im Herbst liebe ich das besonders. Der Strand ist relativ leer, nur ein paar einzelne Spaziergänger sind unterwegs. Wenn die Wellen dann so richtig tosen und brechen, ist das eine beeindruckende Kulisse.
8. Mit Regenhose und Regenjacke durch den Regen wandern
Im Herbst lässt man sich mental viel zu oft vom Wetter ausbremsen. Es regnet, also will man doch nicht mehr raus, und schon ist der Spaziergang gestrichen und man versauert auf dem Sofa. Dabei mag ich es manchmal richtig gern, Regenhose, Regenjacke und wasserdichte Schuhe anzuziehen und einfach durch den Regen zu stapfen.
Gerade zu dieser Jahreszeit wird man oft mit einem Wechselspiel aus Sonne und Regen belohnt, und nicht selten steht am Ende sogar ein Regenbogen am Himmel. Das finde ich total faszinierend. Lasst euch also nicht vom Wetter ausbremsen. Wie man so schön sagt: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Also richtig anziehen und raus!
9. Ein Lagerfeuer machen
Für ruhigere Abende sitzte ich auch gerne einfach mal im eigenen Garten an der Feuerschale. Mein Blick ist in die Flammen gerichtet und ich hänge meinen Gedanken nach oder führe ruhige, tiefgehende Gespräche.
10. Sonnenauf- und Sonnenuntergang beobachten
Einen Sonnenauf- oder untergang kann man natürlich das ganze Jahr über anschauen. Ich sage aber immer: Im Herbst ist die beste Zeit für Sonnenauf- und Sonnenuntergänge, weil sie zu sehr humanen Zeiten stattfinden. Nicht zu spät, nicht zu früh, sodass man sie gut vor oder nach der Arbeit genießen kann.

Auf nach draußen
Das ist meine Herbst-Bucketlist für dieses Jahr, aber sie kann genauso gut deine werden. Such dir raus, worauf du Lust hast und geh nach draußen. Ich freue mich, wenn du deine Herbstmomente mit mir teilst. Schreib mir gern einen Kommentar hier bei Stories of Nature oder eine Mail an info@storiesofnature.de.
Also los, worauf wartest du noch? Lass uns den Herbst genießen.


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